Der Orden ist das Einzige, was von einer Session übrig bleibt. Das Kostüm hängt im Schrank, der Wagen wird abgebaut, die Reden sind vergessen – der Orden liegt in der Vitrine und wird in zwanzig Jahren noch herumgezeigt.
Entsprechend unangenehm ist es, wenn er nicht rechtzeitig fertig wird oder anders aussieht als gedacht. Beides lässt sich vermeiden. Dieser Beitrag beschreibt, was zwischen der ersten Idee und dem fertigen Orden passiert – und wann Sie damit anfangen müssen.
Der Zeitplan: früher, als die meisten denken
Karnevalsorden sind Metallabzeichen. Für die fertigen wir ein eigenes Prägewerkzeug an, und dafür nennen wir rund acht bis zehn Wochen Fertigungszeit. Dazu kommt die Zeit für Entwurf, Angebot und Korrekturabzug.
Rechnen Sie das rückwärts, dann ergibt sich für eine Session, die am 11.11. beginnt und im Februar ihren Höhepunkt hat, ein unbequemes Bild: Wer im Januar anfragt, kommt für dieselbe Session zu spät. Der praktikable Zeitraum liegt zwischen Frühsommer und Spätsommer des Vorjahres.
Das heißt nicht, dass später gar nichts mehr geht – nach Absprache ist manches schneller möglich. Aber es heißt: Nennen Sie Ihren Termin gleich in der ersten Anfrage. Dann sagen wir Ihnen vorher, ob es reicht, statt Sie hinterher zu enttäuschen.
Das Motiv: Motto, Verein, Jahreszahl
Drei Dinge stehen fast immer auf einem Orden: das Sessionsmotto, das Vereinswappen und die Jahreszahl. Aus der Praxis:
- Das Motto ist der Star, nicht das Wappen. Wer beides gleich groß setzt, bekommt einen Orden, auf dem nichts richtig lesbar ist.
- Die Jahreszahl entscheidet über den Sammlerwert. Ohne sie ist später nicht mehr zu erkennen, aus welcher Session der Orden stammt – und genau das ist der Grund, warum Leute sie sammeln.
- Text sparsam einsetzen. Ein Orden ist selten größer als eine Handfläche. Was auf dem Entwurf am Bildschirm noch üppig wirkt, wird auf 60 Millimetern schnell zur Fläche ohne Kontur.
Als Vorlage genügt uns ein Bild oder eine Skizze. Sie müssen keinen Grafiker beauftragt haben, bevor Sie mit uns sprechen.
Die Ausführung: Das Motiv entscheidet, nicht der Geschmack
Hier liegt der Punkt, an dem sich der Aufwand entscheidet. Wir bieten vier Wege, und welcher passt, hängt vor allem davon ab, wie fein Ihr Motiv ist:
Gedruckt mit Lacküberzug
Für sehr feine Logos und kleine Texte. Der Druck bildet ab, was Prägung und Emaille nicht mehr auflösen könnten. Der Lack schützt die Oberfläche.
Kunstemailliert
Die klassische Ausführung, wenn das Motiv weniger Details hat. Die Farbe liegt vertieft, Texte und Zwischenlinien stehen erhaben hervor und sind mit dem Finger fühlbar. Das ist der typische, wertige Vereinsorden. Für mehr Glanz lässt sich zusätzlich Epoxidharz aufziehen.
Kaltemailliert
Die edelste Variante: Die Farbe ist bis zur Oberkante aufgefüllt, die Oberfläche wird poliert und ist völlig glatt. Der Nebeneffekt ist praktisch – auf diese glatte Fläche lässt sich zusätzlich ein kleiner Text aufdrucken, etwa ein Name oder ein Datum.
Mit Strasssteinen
Emaillierte Orden lassen sich mit Straßsteinen aufwerten. Für Prinzenpaare, Elferrat und alles, was auf der Bühne von hinten noch glitzern soll.
Wenn Sie unsicher sind, welche Variante zu Ihrem Motiv passt: Schicken Sie es uns. Wir prüfen das und schlagen etwas vor – das ist ein Standardteil unseres Angebots und kostet nichts extra.
Band oder Kordel
Getragen wird der Orden am Band oder an der Kordel, in einer Farbe passend zum Motiv. Die Wahl ist keine Kleinigkeit, weil sie den Gesamteindruck stärker bestimmt, als man denkt:
- Breites Halsband, 22 mm – kräftig, präsent, die übliche Wahl für große Orden
- Schmales Halsband, 11 mm – zurückhaltender, passend zu kleineren Orden
- Kordel – 80 cm Gesamtlänge, davon 40 cm Halslänge, Durchmesser etwa 3,5 bis 4 mm, bereits mit einer Metallöse verbunden
Bänder und Kordeln sind sofort lieferbar. Sie lassen sich auch getrennt nachbestellen, wenn bei einer Veranstaltung mehr Orden gebraucht werden als geplant.
Standardorden: wenn es schnell gehen muss
Nicht jeder Orden muss eine Sonderanfertigung sein. Für Gastgeschenke, für den Elferrat oder für kurzfristigen Bedarf gibt es Standardorden in 25 mm und in 50 mm sowie Bildeinlagen, mit denen sich ein Standardorden individualisieren lässt, ohne ein neues Werkzeug zu bauen.
Das ist der Kompromiss, wenn der Termin für eine echte Sonderanfertigung nicht mehr reicht.
Der Ablauf
- Anfrage mit Design, Menge, Größe und der Angabe, ob Sie Band oder Kordel möchten.
- Angebot mit Vorschlag zur Ausführung. Wir sagen Ihnen, welche Machart zu Ihrem Motiv passt.
- Korrekturabzug. Sie sehen, wie der Orden aussehen wird, und geben frei.
- Werkzeugbau und Produktion. Ab hier laufen die acht bis zehn Wochen.
Alles Weitere zu den Ausführungen finden Sie unter Individuelle Karnevalsorden. Und wenn Sie ohnehin gerade planen: Passende Mottoschals und Aufnäher für die Kostüme lassen sich in einer Anfrage mitbestellen – das spart Abstimmung und meistens auch Versand.