Traditionen beim Schützenfest

August 6, 2015
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Schützenumzug auf dem SchützenfestSchützenfeste sind eine Traditionsveranstaltung der Schützenvereine, deren Ursprung im Mittelalter liegt. In der damaligen Zeit traten die Schützen als eine Art Bundeswehr auf und waren für die Sicherheit einzelner Gemeinden zuständig. Natürlich musste das Schießen auch trainiert werden. Um einen drohenden räuberischen Überfall erfolgreich abwehren zu können, traf man sich regelmäßig zum Üben und zum Abhalten von Musterungen. Zur Motivation der Mitglieder wurde bei diesen Treffen das Nützliche mit dem Angenehmen verbunden und Wettschießen und Umzüge veranstaltet. Aus diesen Feierlichkeiten entwickelte sich das Schützenfest.

Im Raum um Hannover hat das Schützenfest meistens einen anderen Ursprung, denn diese Schützenfeste entwickelten sich aus dem sogenannten Freischießen. Bei diesen Wettbewerben konnte sich der beste Schütze für ein Jahr von seinen Steuerabgaben „freischießen“ oder sich andere Privilegien erkämpfen. Einige der heute stattfindenden Schützenfeste berufen sich auf diese alte Tradition. In Eldagsen, Peine und Wennigsen (Deister) werden die Feste sogar noch heute als Freischießen bezeichnet. Eine Steuerbefreiung ist heute mit der Königswürde allerdings nicht mehr verbunden.

Doch unabhängig von ihrem Ursprung haben viele der Schützenfeste heute Volksfestcharakter und dauern oftmals mehrere Tage. Gefeiert wird das Schützenfest in unzähligen Städten und Dörfern in ganz Deutschland. Das größte Schützenfest der Welt wird angeblich in Hannover gefeiert. Die 10-tägige Veranstaltung lockt jedes Jahr über eine Million Gäste auf den Schützenplatz. Kein anderes Schützenfest kann die Zahl der Großfahrgeschäfte, Festzelte und Eventbereiche oder die Veranstaltungsfläche an sich überbieten. Doch egal ob diese Veranstaltung nur im kleinen Rahmen oder als großes Volksfest abgehalten wird, einige Traditionen gehören zu jedem Schützenfest einfach fest dazu.

Wettschießen während des Schützenfestes

Wettschießen/ Königsschießen

Das Wettschießen ist der wichtigste Bestandteil des Schützenfestes, denn der Gewinner des Wettbewerbes wird bis zum nächsten Schützenfest der neue Schützenkönig. In den meisten Schützenvereinen ist die Teilnahme am Königsschießen allen erwachsenen männlichen Mitgliedern ab 18 Jahren erlaubt. In einigen Ausnahmefällen können sich auch schon die Mitglieder ab 16 Jahre oder inzwischen sogar Frauen als gleichberechtigte Mitglieder beim Schießen um den heißbegehrten Königstitel beteiligen. Die Schützen schießen meistens auf eine aus Holz gebaute Vogelattrappe, auf Scheiben mit Wildmotiven oder auch auf Zehenringscheiben.

Schützenausmarsch

Eine weitere wichtige Tradition des Schützenfestes ist der Schützenausmarsch bzw. Schützenumzug. Dieser große Umzug bietet etwas fürs Auge und für die Ohren. Die Schützen kleiden sich in traditionellen Uniformen und marschieren begleitet von der Marschkapelle durch die Stadt bis zum Schützenplatz oder Festzelt. Angeführt wird dieser Zug von dem amtierenden Schützenkönig mit seiner Königin. Einige Vereine haben einen festen Weg für den Marsch festgelegt, während bei anderen Vereinen die Route davon abhängt, wo der neue Schützenkönig abgeholt wird. Besonders bei großen Schützenfesten ist rund um das Festzelt ein Jahrmarkt aufgebaut.

Titel beim Wettschießen

Beim Wettschießen wird nicht nur der neue Schützenkönig ermittelt, es werden auch noch weitere Titel verliehen. Der zweitbeste Schütze wird häufig „Erster Ritter“, der drittbeste Schütze „Zweiter Ritter“ genannt. Den Titel des Schnappritters bekommt derjenige verliehen, der eine spezielle Holzfigur herunterschießt. Der Schnappritter wird oftmals durch eine besondere Schärpe kenntlich gemacht. Er besitzt an den Schützenfesttagen Narrenfreiheit. Das heißt, er darf alle bezahlten, aber noch nicht angetrunkenen oder angegessenen Speisen wegschnappen, ohne Sanktionen befürchten zu müssen. Egal ob ein nicht angetrunkenes Bier oder eine neu gekaufte Bratwurst, nichts ist vor dem Schnappritter sicher.

Fahnenschlag

Typisch für viele Schützenfeste ist auch der Fahnenschlag. Dabei handelt es sich um ein spezielles Fahnenschwenken, dessen Bewegungsablauf die Fesselung und Entfesselung des heiligen Sebastian, des Schutzpatrons der Jungschützen, symbolisiert. Das Schwenken der Fahne beim Fahnenschlag wird nach festgelegten Regeln durchgeführt, welche in der Bundesfahnenschwenkerordnung festgelegt sind. Die Figuren werden zuerst von oben nach unten ausgeführt, sie beginnen am Kopf, danach folgen Arme, Hände, Handgelenke, Körpermitte, und den Abschluss bilden die Beine. Das Führen der Fahne von den Beinen zum Kopf stellt anschließend die Entfesslung dar.

Quellenangabe / Bild

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