Schwarz-Rot-Gold – eine Nationalflagge mit wechselvoller Geschichte

Juli 11, 2014
0 Kommentare

Deutschlandfahne - Die Flagge und ihre BedeutungNach dem grandiosen 7:1 Sieg der deutschen Nationalelf gegen Brasilien dürfte sich die Anzahl der deutschen Nationalfahnen an Autos, Wohnhäusern und in Schaufenstern bis zum Finale am kommenden Sonntag noch deutlich erhöhen. Was es mit der Bedeutung und Herkunft der deutschen Fahne auf sich hat, wissen allerdings die wenigstens Fans. Daher steht bei unserem heutigen Blogbeitrag deutsche Flaggenkunde auf der Tagesordnung.

Das Offensichtliche – die Farben

Die markante Kombination in der Reihenfolge Schwarz, Rot, Gold geht auf das Wappen des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nationen zurück. Auf dem Wappen befindet sich ein schwarzer Adler mit roten Fängen. Die Jenaer Burschenschaft war 1815 die erste Vereinigung, welche die drei Farben trug, allerdings in einer anderen Farbanordnung. Sie erinnerte damit an das Lützow-Freikorps, das in den Befreiungskriegen gegen Napoleon gekämpft hatte. Dieses Freikorps trug schwarze Jacken mit roten Samtaufschlägen und goldleuchtenden Knöpfen.

Durch die Jenaer Burschenschaft wurde die Fahne für die Deutschen zu einem Symbol für Freiheit und Einigkeit.

Von der Revolution 1948 bis zum Zweiten Weltkrieg

1848 erklärte die Frankfurter Nationalversammlung die Kombination Schwarz-Rot-Gold zur künftigen Nationalflagge. Außerdem übernahmen viele weitere Staaten im Deutschen Bund diese Flaggengestaltung. Das fand jedoch mit dem Scheitern der Revolution 1850 ein jähes Ende. Der preußische König verbot die Flagge als gesamtdeutsches Symbol.

Für Preußen war die im Zusammenhang mit Liberalismus und Revolution stehende schwarz-rot-goldene Flagge unhaltbar. Daher übernahm Bismarck 1871 die Farben Schwarz-Weiß-Rot als Flagge für das 2. Deutsche Reich. Diese Farbkombination entstand aus dem für Preußen stehenden Schwarz-Weiß und dem Weiß-Rot der deutschen Hanse. Für die folgenden 50 Jahre blieben diese Farben bestehen. Erst mit der Verfassung der Weimarer Republik im Jahr 1919 erhielt die Nationalflagge wieder die Farben Schwarz-Rot-Gold.

Mit der Zerschlagung der Weimarer Republik und der Machtübernahme der Nationalsozialisten löste die Parteifahne mit dem Hakenkreuz die Deutschlandflagge ab.

Die Deutschlandfahne ab 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Mai 1949 Schwarz-Rot-Gold wieder zur Nationalfahne erklärt, allerdings mit einer unterschiedlichen Modifikation der damals geteilten Staaten. Die Bundesrepublik entschied sich für den Bundesadler. Auf der DDR-Fahne prangte stattdessen Hammer, Zirkel und Ehrenkranz, symbolischer Ausdruck der Arbeiter, Denker und Bauern.

Drei Farben und zusätzliche Varianten

Bei welchem Ereignis welche Fahnen-Variante zum Einsatz kommen darf, ist streng geregelt und in der Anordnung über die deutschen Flaggen von 1996 festgehalten. Die einfache Deutschlandfahne mit den drei markanten Farben darf jeder nutzen. Sie ist deshalb auch die Variante, die momentan bei der WM weit verbreitet ist.

Zwei weitere Varianten tragen jeweils den Bundesadler, wobei eine der beiden einen roten Rand und gelben Grund trägt, die andere die bekannte Farbreihenfolge inklusive des Bundesadlers auf gelbem Grund. Die erste Variante ist für den Sitz und die Fahrzeuge des Bundespräsidenten bestimmt. Die zweite Ausführung ist die sogenannte Bundesdienstflagge und darf daher nur an Bundesgebäuden bzw. Bundesfahrzeugen angebracht werden.

Foto: © Sandor Jackal – Fotolia.com

[top]

Nachricht hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.