Maibaum stehlen – was steckt hinter der Tradition?

Aluminium Maibaum
Maibaum stehlen
Maibaum stehlen – eine Tradition mit festen Regeln

Richtig – der Kalender sagt, wir befinden uns mitten im Winter, fernab vom Spätfrühlingsmonat Mai. Davon abgesehen, dass das Wetter mal wieder seine eigenen Regeln aufstellt, gibt es noch einen weiteren Grund, warum wir uns jetzt schon dem Mai widmen. Denn die Burschen im Süden Deutschlands fangen schon lange vorher mit der Planung an – der Planung zum Maibaum stehlen.

Wir wollen in unserem heutigen Beitrag dem Ursprung dieser Tradition auf den Grund gehen. Außerdem gehen wir auf die zahlreichen Regeln dieser Tradition ein, denn auch wenn es eigentlich nur Spaß ist – die Maibaum-Stehlen-Regeln müssen eingehalten werden!

Ursprung zum Maibaum stehlen

Der Maibaum hat vor allem im Süden Deutschlands eine lange Tradition, genauso wie das Maibaum stehlen. In fast jeder Ortschaft wird viel Wert auf einen reich geschmückten Baum gelegt, der teilweise bis in den Herbst hinein stehen bleibt. Viele Ortschaften konkurrieren hierbei auch – um den am schönsten geschmückten oder den höchsten Maibaum. Nicht selten ist der Baum weit über 30 Meter hoch.

Warum sich im Zuge von Maibaumaufstellen und Maifeierlichkeiten auch die Tradition des Maibaum-Diebstahls entwickelt hat, ist nicht genau geklärt. Einige Forscher vermuten einen ähnlichen Ursprung wie bei der Maibaum-Herkunft: Demnach soll das Maibaum stehlen die Vertreibung böser Geister bewirken, weil durch das Stehlen die Ordnung durcheinandergebracht wird. Das soll die Geister verängstigen.

Wer den Maibaum stehlen möchte, muss sich an Regeln halten

Nicht nur die Baumgröße und dessen Schmuck bilden die Grundlage für Konkurrenz zwischen den Ortschaften, sondern auch das Stehlen des Baums. Jedes Jahr versuchen die Burschen, sich selbst zu übertrumpfen, um den großen Coup beim Entwenden des Maibaums zu landen.

Und auch wenn diese Aktion eigentlich ein großer Spaß ist, wird sie oft sehr ernsthaft und mit großem zeitlichen Aufwand betrieben. Deshalb auch die lange Vorbereitungszeit vor dem 1. Mai. Zwar besagt eine ursprüngliche bayerische Tradition, dass der Baum nur in der Nacht gestohlen werden darf, in dem er gefällt wurde – in der Walpurgisnacht, heutzutage hat diese Regel aber kaum noch Relevanz, da die meisten Maibäume schon viele Wochen vorher gefällt werden.

Vielerorts setzen sich zudem Alternativen wie unsere Maibäume aus Aluminium durch. Immerhin bieten sie zahlreiche Vorteile wie einen vereinfachten Nachweis zur Standsicherheit und hohe Festigkeit in Verbindung mit geringem Gewicht.

Maibaum aus Aluminium
Maibaum aus Aluminium von Neumeyer-Abzeichen

Dass die Bäume somit früher „zur Verfügung“ stehen, bietet den Dieben aber auch viel mehr Möglichkeiten bzw. Zeit, den Baum einer anderen Ortschaft zu stehlen. Dabei müssen sie sich jedoch an zahlreiche Regeln halten. Die sind zwar je nach Region etwas unterschiedlich und nicht wirklich festgeschrieben. Sich daran zu halten, ist für die Burschen aber Ehrensache.

Die wichtigsten und weitverbreitetsten Regeln beim Maibaum stehlen:

  • Der Baum gilt erst als erfolgreich erobert, wenn er die Gemeindegrenze überschritten hat. Daher gilt auch: Wer innerhalb der Grenze ertappt wird, muss den Baum wieder zurückbringen, selbst wenn das Ziel greifbar nah ist.
  • Daraus folgt: Der Baum muss grundsätzlich außerhalb der eigenen Gemeinde gestohlen werden. Wäre ja sonst auch viel zu einfach!
  • Es darf nur der „nackte“ Stamm bzw. der „nackte“ Aluminium-Mast gestohlen werden – der Schmuck darf nicht entwendet werden.
  • Ob er in einem guten Versteck liegt oder im Freien auf seinen großen Tag wartet, spielt keine Rolle – wichtig ist: Der Baum darf beim Stehlen noch nicht aufgestellt sein.
  • Keine Beschädigung erlaubt – wer den Maibaum stiehlt, muss sorgsam mit ihm umgehen. Immerhin ist die Beute wichtig, um von der bestohlenen Gemeinde eine zünftige Auslöse zu bekommen.
  • Apropos Auslöse: Die ist Pflicht für die Bestohlenen, damit sie ihren Maibaum wieder bekommen, meist in Form einer deftigen Brotzeit – aber Vorsicht! Art und Umfang der Auslöse ist Verhandlungssache.
  • Keine Auslöse? Kein Baum. Was dann folgt, ist für die Bestohlenen aber meist viel schlimmer, denn dann wird das Diebesgut als sogenannte Schandmaie neben dem eigenen Maibaum aufgestellt.

Also: Spätestens ab Ende März ist Vorsicht geboten – denn ist ein Baumversteck erst einmal ausgespäht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Maibaum in einer Nacht- und Nebelaktion den Besitzer wechselt.

Bildquelle:

© dederer – stock.adobe.com

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