7 interessante Randsportarten in Deutschland

Mai 6, 2016
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UnihockeyIn Deutschland gibt es über 90.000 Sportvereine, die ein vielfältiges Angebot für alle möglichen Ziel- und Altersgruppen bieten. Besonders weit verbreitet sind Fußballvereine. Über acht Prozent der deutschen Bevölkerung sind Mitglied in einem der über 27.000 Fußballvereine. Aber auch Sportarten wie Leichtathletik oder Volleyball genießen große Aufmerksamkeit. Doch neben den bekannten und für Sponsoren attraktiven Sportarten existieren noch eine Vielzahl weiterer Sportarten, die die Vereinslandschaft in Deutschland bereichern. Heute wollen wir euch sieben interessante Randsportarten vorstellen. Als Randsportarten werden dabei alle Sportarten bezeichnet, die von relativ wenig Menschen betrieben und kaum von den Massenmedien wahrgenommen werden. Welche Sportarten zu den Randsportarten gehören, ist regional sehr unterschiedlich. Während zum Beispiel Baseball in den USA ein Hauptmedienereignis ist, das für Milliardenumsätze sorgt, findet dieser Sport in Deutschland kaum Beachtung. Darüber hinaus gibt es auch noch Ausnahmen, die trotz geringem öffentlichem Interesse nicht als Randsportart bezeichnet werden. Das betrifft vor allem sportliche Tätigkeiten, die vorwiegend von elitären Kreisen betrieben werden, so wie beispielsweise Golf, Polo oder Hochsee-Yachting.

Eiskanufahren

Eiskanufahren ist ein Extremsport, der auf eine jahrhundertealte Tradition beruht. Bereits die Indianer kämpften sich vor über 400 Jahren mit ihren Kanus durch das von Eisschollen durchzogene Meer, um Waren, Gefangene, Soldaten und normale Passagiere zu transportieren. Was einst als Transportmittel genutzt wurde, ist heute zum Extremsportgerät geworden. Jedes Jahr im Februar kämpfen sich über 40 Teams beim traditionellen Eiskanurennen in Quebec mit dem Kanu durch eisige Kälte und Eisbrocken. Die Rennstrecke, welche Mensch und Material alles abverlangt, führt einmal über den eisigen Sankt-Lorenz-Strom und wieder zurück. Besonders die unberechenbaren Bewegungen der Eisschollen verkomplizieren die Fahrt über den Fluss extrem. Die besten Teams schaffen die Strecke dennoch in unter 24 Minuten.

Unihockey

Die Randsportart Unihockey, die auch unter dem Namen Floorball bekannt ist, lässt sich am besten mit „Eishockey auf dem Handballfeld“ beschreiben. Sie wurde in den 1970er Jahren in Schweden, Finnland und der Schweiz gemeinsam entwickelt. Wenn auf einem Großfeld gespielt wird (40 x 20 m), bestehen die Mannschaften jeweils aus 5 Feldspielern und einem Torwart. Bei einem Kleinfeld (24 x 14 m) wird mit einem Torhüter und drei Feldspielern pro Mannschaft gespielt. Sowohl in Schulen als auch in Vereinen wird diese schnelle, dynamische und abwechslungsreiche Sportart gerne gespielt. Dennoch ist Unihockey aktuell in Deutschland nicht mehr als ein Amateursport mit relativ wenigen Mitgliedern. Doch in Ländern wie Finnland, Tschechien und der Schweiz gehen mehrere Zehntausend Spieler diesem Sport nach. Ganz besonders weit verbreitet ist dieses Mannschaftsspiel in Schweden. Hier zählt Floorball sogar zu den Profisportarten und die schwedische Floorball-Liga ist die beste der Welt.

Unterwasser-Frisbee

Diese Trendsportart ist nur für echte Wasserratten. Ähnlich wie beim normalen Frisbee werfen sich die Spieler gegenseitig eine Scheibe zu – allerdings unter Wasser. Damit die Spieler klare Sicht haben, wird Unterwasser-Frisbee vor allem im Hallen- und Freibad gespielt. Optimal zum Spielen ist eine Beckentiefe von mindestens 1,80 Meter. Natürlich kommt für ein Frisbee-Match unter Wasser kein normales Frisbee infrage. Damit das Geschoss keinen Auftrieb hat, besteht es aus einem mit Blei verstärktem Kern mit flachem Gummirand.

Apnoe-Streckentauchen

Apnoe-Streckentauchen ist eine Sonderform des Tauchsports und wird auch als Freediving oder Freitauchen bezeichnet. Bei dieser gefährlichen Extremsportart tauchen die Sportler ohne Sauerstoffzufuhr mehr als 200 Meter unter Wasser. Um längere Apnoezeiten zu meistern und den Atemreflex möglichst lange zu unterdrücken, ist ein gezieltes Training notwendig. Allerdings können solche Freitauchgänge zu Nebenwirkungen wie Samba (Kontrollverlust des Körpers über die eigene Motorik) oder im schlimmsten Fall zu einem Blackout führen, bei dem die Taucher ihr Bewusstsein verlieren. Da selbst erfahrene Taucher die Lage nicht immer korrekt einschätzen können, sollte Apnoe-Streckentauchen immer in Gesellschaft betrieben werden, sodass jemand anwesend ist, um im Notfall zu reagieren. Den aktuellen deutschen Rekord im Apnoe-Streckentauchen stellte die Darmstädterin Olga Martinez-Alvarez mit einer Strecke von 182 Metern auf.

Fechten

Auch das Fechten schaut auf eine sehr lange Tradition zurück. Diese Sportart gehört zu den olympischen Gründungs-Sportarten von Athen 1896. Heute ist der Kampf mit dem Florett, Degen und Säbel allerdings nur noch eine Randsportart, die höchste Konzentration, Ausdauer, Schnelligkeit, Technik und Taktik erfordert. Dank der guten Schutzkleidung ist die Verletzungsgefahr trotz scharfer und spitzer Waffen sehr gering. Es wird unterschieden zwischen dem modernen Sportfechten und dem historischen Fechten, bei dem versucht wird, frühere Stile, wie die der Renaissance und des Mittelalters, nachzustellen.

Kyūdō

Kyūdō bezeichnet die Kunst des japanischen Bogenschießens. Die alte klassische Kampfkunst entwickelte sich aus den Waffentechniken der Samurai. Durch die Einführung der Feuerwaffen im 16. Jahrhundert verlor der Bogen, der vorher als wirkungsvollste Distanzwaffe galt, zunehmend seine militärische Bedeutung und wurde fast nur noch zum Jagen, für höfische Zeremonien oder zum Sport verwendet. Das erste Mal wurde Kyūdō in Deutschland im Jahre 1969 bei einem Einführungsseminar vorgestellt. Heute gibt es in vielen Städten in Deutschland Vereine und Dojos, in denen Kyūdō als Sportart betrieben wird. Charakteristisch für diese Sportart sind die traditionelle Kleidung, langsame Bewegungsabläufe sowie der Bambusbogen mit den Bambuspfeilen.

Fußballgolf

Fußballgolf ist eine sehr junge Sportart, die erst seit etwa 10 Jahren gespielt wird. Doch die attraktive Kombination aus den zwei Sportarten Golf und Fußball erfreut sich wachsender Beliebtheit. Bereits 2006 gab es die ersten offiziellen Turniere. Zum Spielen benötigen die Fußballgolfer weder größere Vorkenntnisse noch ein teures Equipment. Ziel ist es einfach, den Fußball mit möglichst wenigen Ballberührungen ins Zielloch am Ende der Bahn zu befördern. Gespielt wird üblicherweise auf 18 Bahnen. Um die Entwicklung von Fußballgolf in Deutschland nach einheitlichen Standards zu fördern, wurde der Deutsche Fußballgolf Verband (DFGV) gegründet, der Mitglied im Weltverband World Footballgolf Association (WFGA) ist.

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